Beyerdynamic
war die einzige Kopfhörerfirma, deren IFA-Präsentation
im Vergleich zu 2005 zugelegt hat. Der Stand wurde in Teilen neu
designed.
Es gab hier auch echte Neuigkeiten zu bestaunen: Das
neue Headzone
System, mit dem man bei 5.1 Surround-Wiedergabe den Kopf sozusagen
im Surround-Sound drehen kann, statt den Sound mit dem Kopfhörre
mitzudrehen, wurde vorgeführt und funktionierte einwandfrei.
Die Berechnung erfolgt tatsächlich
in Echtzeit. Sowohl auf dem Bildschirm als auch auf dem speziellen
Surround-Kopfhörer ist eine Antenne plaziert, mit deren Hilfe
die Head-Tracking Informationen weitergeleitet werden. Gunter
Wiedemann von Beyerdynamic im Bild links trägt so ein Modell.
Das Headzone System ist Ergebnis einer Zusammenarbeit mit der
Schweizer Firma sonic
emotion und keine reine Beyerdynamic Entwicklung.
Beyerdynamic sieht die Anwendung von Headzone vor allem beim professionellen
5.1 Monitoring und stellt die Neuerung deshalb auch primär
auf Broadcast-Messen vor.
Außerdem hat Beyerdynamik jetzt auch einen eigenen Kopfhörerverstärker
im Programm, der technisch einen sehr guten Eindruck macht. Das
Gerät soll in Deutschland
um 1.000,- EUR kosten und hat zwei Eingänge.
Natürlich ist das Konkurrenz zum Black Cube Linear. Was mir
persönlich aber gerade im Hifi-Bereich sehr wichtig ist,
ist die absolute Seriosität und Qualität von Produkten.
Wenn sich jemand statt für ein Produkt aus meiner Fertigung
für das eines Mitbewerbers entscheidet und dann damit seinen
Spaß hat, ist zwar dieser Umsatz in dem Moment in einer
anderen Kasse, ich habe aber die Gelegenheit, diesen Hifi-Fan
vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt zu meinen Kunden zu
zählen. Wenn sich jemand nach dem Kauf eines Produktes hingegen
absolut über den Tisch gezogen fühlt und deshalb das
Hobby Hifi aufgibt (es gibt tatsächlich solche Beispiele),
ist dieser Enttäuschte für wenigstens sehr lange Zeit
verloren.
An dieser Stelle warne ich deshalb ausdrücklich vor Billigprodukten,
die letztlich deutlich überteuert angeboten werden, weil
der Markt es herzugeben scheint. Leider sind solche Geräte
auch von vermeintlichen Markenherstellern im Umlauf. Ein einzelner
Doppel-OP mit einer Handvoll Zusatzbauteile und ein paar billigen
Buchsen, einem einfachen Potentiometer und einem Batteriehalter
und das Ganze dann möglichst noch vergossen in einem schicken
Gehäuse haben eben nicht wirklich etwas mit High End zu tun,
bloß weil der Preis entsprechend hoch ist...
Seit
2005 gibt Beyerdynamic unter dem Begriff Manufaktur
den Kunden die Möglichkeit ihre persönlichen Kopfhörer
zu konfigurieren. Das beinhaltet die Farben sämtlicher Metallteile
sowie die Ausführung der Ohrpolster und Tragebänder.
Links im Bild sind zwei dieser Modelle zu sehen. Der Kopfhörer
ganz rechts gehört zum Headzone System. |